Friedensdorf Oberhausen

Bemerkenswerter Besuch im Friedensdorf Oberhausen

Wir zusammen als Gruppe von 18 Schülern und 2 Lehrern sind für 2 Tage in das Friedensdorf Oberhausen gefahren, um zu helfen und noch mehr über die Arbeit des Friedensdorfes zu erfahren.

(Ein Bericht von Anna N., Jahrgang 9)


Als wir zusammen angekommen sind, wurden wir mit lächelnden Gesichtern willkommen geheißen, egal ob jemand für unsere Gruppe zuständig war oder nicht.  Jeder, den man gesehen hat, hat einem das Gefühl von Fröhlichkeit und Wohlbefinden gegeben, was uns in gute Laune gebracht hat. Man hat sich sehr wohlgefühlt.

Die Regeln, die dort sind, wie zum Beispiel, dass man nicht in die Häuser der Kinder oder Angestellten darf, weil das der Ort für Privatsphäre und Ruhe der Kinder ist, wurden uns erklärt und wir haben danach eine Rallye durch das Friedensdorf gemacht. Das war etwas, was wir davor noch nicht kannten und was uns sehr viel Spaß gemacht hat. Wir mussten Fragen beantworten wie zum Beispiel: „Nenne zwei männliche und weibliche Namen der Kinder“ oder, „Nenne 2 Lieblingsgerichte der Kinder“. Dadurch sind wir in Kontakt mit den Kindern gekommen und wir hatten dann Zettel mit über 50 Namen. Sie waren interessiert daran, was und auch warum wir das machten. Man hat gemerkt, welches Kind noch nicht so lange im Friedensdorf war, denn manche konnten fast so gut Deutsch wie wir und andere nur ein bisschen. Bei den Lieblingsgerichten waren Eis, Würstchen und Pizza die Toprenner bei den Kindern, die es natürlich auch nur zu besonderen Angelegenheiten gibt.

Nach dem Mittagessen war ein Rollstuhlseminar und ein Interkulturelles Training im Programm. Man hat gemerkt, wie angewiesen man auf andere ist, wenn man im Rollstuhl ist und auch wie verdammt anstrengend das ist! Wenn wir zum Beispiel ein Arm gebrochen haben, dann bleiben wir Zuhause und können nicht raus, denn schließlich hat man etwas gebrochen! Aber bei den Kindern im Friedensdorf ist so was nicht der Fall. Egal ob Arm oder Bein gebrochen oder keine Finger mehr, dort wird gespielt, gelacht und geflochten! Im Interkulturellen Training haben wir überlegt, was überhaupt kulturell ist und was die typisch „Deutsche Kultur“ ist. Das hat sich alles aber als gar nicht so einfach herausstellt, denn eine Kultur ist viel mehr als dass man es einfach nur in einem Wort ausdrücken könnte. Es gibt kulturelle Eigenschaften, die individuell sind, denn jeder Mensch hat auch irgendwo seine eigene Kultur. Es wurde uns beigebracht, dass es aber in jedem Land eine Kultur gibt und man dieser auch Respekt geben sollte. Bei uns ist es üblich, sich die Hand zu geben, wenn man sich begrüßt und das wird auch meistens von jedem respektiert und demnach auch befolgt. Deswegen respektieren wir auch die Kultur der Kinder, die aus ganz verschiedenen Kulturen kommen und ziehen Sachen an, die das Knie und die Schultern bedecken, weil man somit deren kulturellen Einstellungen respektiert, so wie wir es auch von anderen erwarten.

Nach dem Interkulturellem Training und etwas Freizeit, ist eine Hälfte von uns unten geblieben um mit den Kindern zu basteln und die andere Hälfte ist zu den Kindern zu dem Dorfplatz gegangen. Wir hatten Bälle, Kreide und Seifenblasen und natürlich ganz viel zum Basteln dabei (Danke nochmal an Carlotta!). Bälle und Kreide waren natürlich sofort weg, aber die Seifenblasen haben wir zusammen mit den Kindern gemacht, denn genug Seifenblasen für alle hatten wir nicht und es wäre unfair, wenn 10 das hätten und die anderen nicht. Die Stimmung auf dem Dorfplatz und auch bei dem Basteln war mit Fröhlichkeit überhäuft, man hat nur in lachende Gesichter gesehen. Es wurden Haare geflochten, Seifenblasen gejagt, Fußball gespielt und natürlich gesungen. Selbst, wenn es einem selbst schlecht geht, muss man einfach nur den Kindern beim Spielen zugucken und man ist wieder glücklich. Diese Kinder haben so viel Gewalt und Leid erlebt und dass sie einfach nur glücklich spielen, macht einen sofort mit glücklich! Danach hatten wir Freizeit und sind Schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen hatten wir uns nach dem Frühstück dazu angeboten in verschiedenen Bereichen mitzuhelfen. Manche waren in der Küche oder haben den Kindern Mathe beigebracht. Manche haben geholfen Wäsche zu sortieren oder haben bei der Aufsicht auf dem Dorfplatz mitgeholfen. Als wir dann nach dem Mittagessen eine Feedback-Runde hatten, wurde berichtet, wie fröhlich die ganzen Mitarbeiter im Friedensdorf sind und das wir dies bewundern, denn schließlich machen sie dies nicht nur, weil sie Geld verdienen müssen sondern weil sie es möchten. Diese Mitarbeiter verdienen dafür, was sie jeden Tag leisten, Respekt und riesen Bewunderung!!

Wir haben am Ende ein Abschiedsfoto mit den Leuten gemacht, die uns als Besucher betreut haben und wir haben unsere Spende, die 500Euro betrug, erfolgreich abgegeben! Wir hoffen, wir konnten das Friedensdorf mit unserer Hilfe nur halb so bereichern, wie sie uns mit diesem Besuch bereichert haben. Ein neuer Termin ist ausgemacht und das "Peace im Pott" am 8.Juni wird sicherlich genauso viel Spaß machen und wird von uns unterstützt.

Ich finde, man könnte nochmal am Ende unsere Lehrerin zitieren, die mit dort war: „Dafür bin ich Lehrerin geworden!“ Das Friedensdorf ist eine unglaublich tolle Sache!!